Mittwoch, 17. Oktober 2018

Vom Schwalbennest zur Goldelse

Bei gefühlt frostigen Temperaturen um die 6 Grad sind wir heute vom Hotel Schwalbennest gestartet. Selbst Jürgen kehrte nach dem Frühstück wieder um und zog entsprechende Wärmeschutzkleidung an, die aber auch nicht das Einfrieren der Zehen- und Fingerspitzen verhindern konnte.
Aber die knallorange aufgehende Sonne und der satte Morgentau versprachen alsbaldige Temperaturänderung.


Schon in der Nacht hörten wir das stetige Schnattern einer mächtigen Wildgänsekolonie und das Trompeten von ebenso vielen Kranichen.
Auf der Fahrt über Görne, Landin bis Pessin begleiteten uns tatsächlich hunderte von Kranichen und Wildgänsen.







In Pessin (versucht das mal auf der Karte zu finden) trafen wir dann auf erste Menschen und einen voll erhaltenen alten HO Laden in der DDR Ästhetik der 60ger. Hier hatte die Treuhand anscheinend nicht gewütet, weil es in dem Dorf wohl wirklich nichts zu holen gab. Das Einzige, was sich wohl hier geändert haben mag,  ist die Auslage der Zeitung.  Statt des  Neues Deutschland gab es nun die BILD und Revue, dafür aber noch ein ehrliches Berliner Pils, gezapft aus einer Anlage mit freistehender CO2 Patrone. Ein guter Ort für ein Elführtje .



Unterwegs immer wieder Kraniche und Wildgänse

Natürlich haben wir auch den Birnbaum von Ribbeck besucht. Der Originalbaum ist schon einige Zeit dahin, wurde durch eine Neuanpflanzung ersetzt.




In Nauen haben wir leider den Radweg verloren und sind dadurch größtenteils an der starkbefahrenen B5 entlang gefahren. Nervig, nervig, insbesondere nach soviel Natur.

Wir haben es geschafft. Um 16.30 waren wir am Brandenburger Tor  110 km auf dem Tacho.


Einige Leute waren so begeistert, dass sie sich die Kleider vom Leib rissen😂



Unsere Kinder und Enkel warteten schon im Biergarten auf dem Tempelhofer Feld auf uns.









Nach 600 km sind wir in Berlin angekommen. Rückblickend hatten wir natürlich ein tolles Wetter für Mitte Oktober. Leider aber auch einen konstanten und spürbaren Gegenwind, der uns ausbremste und die Fahrt manchmal anstrengend machte. Aber die positive  und harmonische Stimmung blieb erhalten. Steigungen gab es natürlich auch. Insbesondere vor Hitzacker sollte man zur nördlichen Elbeseite wechseln.
Ansonsten haben wir noch nie so viele Kraniche so nahe gesehen, lag natürlich auch an der Jahreszeit.
Mitte Oktober ist zumindest in Ostdeutschland nicht mehr Saison. Biergärten haben geschlossen, Läden gibt es kaum, Übernachtungsmöglichkeit sind rar, kleine Ortschaften sind romantisch, aber verriegelt und verrammelt. Manchmal hat man den Eindruck, dass man sich in einen fremden Land befindet.
Die Radwege sind durchweg geteert und laufen häufig auf der Krone des Elbedeiches mit Blick auf dieselbe und in die wunderschönen Auen und Überflutungsgebiete.
Die Tour werden wir bestimmt noch einmal fahren.

Dienstag, 16. Oktober 2018

Richtung Havel

Dömitz um 7.00 Uhr Frühstück



Und um 7.45 Uhr Start aus diesem wunderschönen aber anscheinend ausgestorbenen Ort
Nun begann die schönste Etappe unserer Radtour. Wir waren alleine auf dem Elberadweg unterwegs. Aber hunderte von vor ihrem Flug gen Süden aufgeregten Wildgänsen zogen über uns dahin. Stare sammelten sich lautstark in den diversen hundertjährigen Buchen, Eichen und vor allen Weiden mit einem unglaublichen Stammumfang. Die Schönheit der Elbauen in diesem Abschnitt verschlug uns die Sprache und wir genossen schweigend den Sonnenaufgang.......







Bis wir in Wittenberge auf eine Brauerrei stießen. Nützt ja nichts. Das dortige Bier musste mit unserem Referenzbier Ostfriesenbräu verglichen werden. Es war noch relativ früh, aber es wurde gerade frisches Bier  gebraut. Für uns ein Anlaß, uns mit unserem gefährlichen Halbwissen über das Bierbrauen ein wirklich interessantes Gespräch mit dem Braumeister zu führen. Alle Achtung, das süffige und naturtrübe Kellerbier  war klasse. Leider lagen noch rund 90 km vor uns.









Hansestadt Havelberg




Und irgendwo ein wunderschöner Ort an der Havel, aber leider anscheinend ausgestorben. Kein Bier, kein Laden, keine Pension und ehrlich, keine Menschen. Wir hatten tatsächlich Sorge, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Selbst in Rhinow hatte nur ein Türke geöffnet und es gab immerhin Flaschenbier und eine leckere Pizza auf die Hand. Übernachtung war nicht möglich.


Es wurde doch noch alles gut. Unser heutiger nächtlicher Standort ist die
Pension Schwalbennest am Gollenberg bei Stölln. Hier hat Otto Lilienthal bis 1893 bis 1896 seine Flugversuche bis zu seinem tödlichen Absturz durchgeführt.
1989 landete die IL 62 Interflug auf der nur 860 Meter langen Landebahn des örtlichen Segelflugvereins! und kam damit in das Guinnesbuch der Rekorde. Die Maschine ist immerhin 53 Meter lang



https://youtu.be/3EP2fgosJ0A  Der kurze Film zeigt die Landung des Flugzeuges auf dem Segelflugplatz bei Stölln.

Gute Küche und Zwickelbier. Zum Absacken gab es einen Roten Reiter, ein Kräuterschnaps mit 42%.
So, nun gute Nacht. Morgen sind wir in Berlin bei den Kindern und Enkeln, die uns, wenn alles gut geht,auf dem Tempelhofer Feld in Empfang nehmen, sind immerhin noch 90 km.

Montag, 15. Oktober 2018

Von Hoopte bis Dömitz

Um es gleich zu schreiben, wir sind heute nicht in Lenzen angekommen. Zunächst hatten wir uns in der Entfernung vertan und mit aufgehender Sonne setzte wieder ein Gegenwind aus Ost mit zunehmende Stärke ein. Diesen Wind im Rücken, hätten wir locker 140 km gemacht.
Aber diese stabile Hochdrucklage garantiert uns sommerliches Wetter mit einem strahlend blauen Himmel.
Wir sind heute nach 110 km in Dömitz gelandet.

Start heute morgen mit Sonnenaufgang in Hoopte.


Kurze Rast in den Elbauen.. Manni hätte es fast geschafft, dass uns eine Anwohnerin Kaffee gebracht hätte. Aber auf ihre Frage, wie viel Kilometer wir denn hinter uns hätten und Manni stolz 300 km erwiderte  antwortete sie lapidar , na, dann habt ihr ja gerade Kaffe getrunken 


Wir passierten Lauenburg


und Krümmel und haben noch einmal kontrolliert, ob Merkel es auch wirklich abgeschaltet hat. Auf jeden Fall kam nichts mehr aus dem Schornstein.






 in Bleckede haben wir in wirklich gleißender Sonne unsere Mittagspause absolviert. Eine Apotheke gab es auch, um die spezifischen Radfahrerprobleme zu behandeln.🤣


In NeuDarchau haben wir in weiser Voraussicht die Elbeseite gewechselt,um den Steigungen vor Hitzacker zu entgehen.


Nun sind wir in Dömnitz in einer kleinen, schlichten und akzeptablen Fahrradpension für 38,00 EURO mit Frühstück  gelandet.
Den Abend haben wir im Hafenhotel in Dömitz bei einigen leckeren dunklen Bieren ausklingen lassen.



Wir hatten heute 31 Grad  auf den Thermometer ........unglaublich und etwas anstrenden


Nun gute Nacht









Sonntag, 14. Oktober 2018

Sonntag Sonnentag

Heute war ein Radreistag, wie wie ihn so häufig auf unserer Radtour an der Atlantikküste erlebten, allerdings im Juli:
Kühler Morgentau auf dem Wümmewiesen, asphaltierte Fahrradstraßen durch sattgrüne Landschaften, Kraniche , die sich umglaublich lauthals noch vor ihrem Afrikaflug die Bäuche vollschlagen,

kleine Städte, wie Fischerhude, die noch vor dem Eindringen der Bremer Schickeria im Tiefschlaf waren, der Sonnenaufgang in den Wümmewiesen und natürlich der einsetzende Gegenwind aus Südost mit Windstärke 4 bft..... alles genau so aber mit einer entscheidenden Ausnahme:
 Sind wir sonst nüchtern um 6.00 auf das Fahrrad gestiegen, haben uns unsere Gastgeber natürlich nicht ohne ein anständiges Frühstück auf das Fahrrad gelassen, droht doch im anderen Fall schnell eine Unterzuckerung.

Ulrike und Claus haben uns dann noch bis zum Einstieg in den Bremen-Hamburg Radweg gebracht.




Der Weg führt durch die Wümmeniederung über Fischerhude, Ottersberg, Rotenburg, Fintel, Wesseloh bis zur Elbe bei Hoopte.





Hier sind wir in einem Gasthof gelandet,  der den morbiden Charme der 70er in jedem unserer Zimmer verinnerlicht hat, dafür nur 40,00 Einzelzimmer. Aber egal, nach 112 km sind wir heute redlich fertig, insbesondere vergaß ich zu erwähnen,  das wir uns durch wunderbare aber sehr hügelige Landschaften durcharbeiten mussten.
In diesem Gasthof gibt es auch Sonntags ab 16.00 nichts mehr zu essen und zu trinken. Zum Glück waren wir unterwegs beim Griechen und das Essen dort liegt einem ja bekanntlich lange im Magen.
Bier und Fischfrikadellen gab es dann noch in einem Fischrestaurant in der Nähe.  Zwei Kümmel machten dann alles verdaubar.
Nun liegen wir um 20.00 in den Betten und schauen noch die gruseligen Ergebnisse der Bayernwahl an.

Für Morgen haben wir uns im Bio Hotel Schloss Lenzen in Lenzen angemeldet. 92 km von hier. Mit Sauna!




Vom Schwalbennest zur Goldelse

Bei gefühlt frostigen Temperaturen um die 6 Grad sind wir heute vom Hotel Schwalbennest gestartet. Selbst Jürgen kehrte nach dem Frühstück ...