Radreisende sind entweder verrückt oder, die Vorstellung ist mir auf jedem Fall sympathischer, von einem symbiotischen Virus infiziert, den er oder sie nicht mehr richtig los wird und der von Zeit zu Zeit seine Aktivitäten im Wirtskörper aufnimmt, um so richtig Unruhe zu stiften.
Oder es ist vielleicht ähnlich dieser merkwürdigen Unruhe, die einen vor dem leergekauften Stellplatz der Ostfriesen Bräu Kisten in der mit Industriebier überfüllten Getränkeabteilung des Edekamarktes befällt und man weiß, im eigenen Keller ist auch tote Hose.
Dann nützt es nichts, Du musst dann wieder aufs Rad und fahren, bis die letzte Speiche bricht.😂
Die Idee, mit dem Rad nach Berlin zu fahren und dort die Kinder zu besuchen, ist letztendlich schon auf der Radreise von Bordeaux nach Bagband entstanden. Kaum die Steigungen in der Betragne und den stetigen Gegenwind bewältigt, entsteht im Kopf des Radreisenden schon die nächste Tour. Möglicherweise war auch die enorme Hitze während der Fahrt der Ursprung der Idee, eine Radtour in den Oktober zu verlegen, war es auf der Tour durchgängig so heiß, dass man sich tatsächlich nach einem kühlenden Sommerregen sehnte.( Also wahrscheinlich doch eher verrückt)
Zu dem Zeitpunkt konnte ja keiner ahnen, dass wir um diese Jahreszeit Temperaturen haben, die die Gradzahlen der vorjährigen ostfriesischen Sommer um etliche Grad Celsius übersteigen. Weihnachten 2016 zum Beispiel war es mit 12 Grad genauso warm oder kalt, wie im Juni des gleichen Jahres.
Zumindest bis Sonntag soll das Wetter so sonnig und trocken bleiben. Ab Montag nähert sich ein Tief von Westen. Da wir Richtung Osten unterwegs sind, werden wir vor dem schlechten Wetter bleiben und hoffentlich trocken in Berlin ankommen.
Morgen geht es erst einmal über Remels, Bad Zwischenahn, Oldenburg, an der Hunte weiter nach Berne, Weserfähre Blumenthal Richtung Lilienthal nach Bremen-Borgfeld.
Dort nehmen wir gerne die Einladung von Ulrike und Claus an, bei ihnen zu übernachten und ihre Gastfreundschaft zu genießen.
Laut Navigationsprogramm beträgt die Strecke 130 km, für den ersten Tag ambitioniert, aber wir sind ja mit leichtem Gepäck unterwegs.
Wen wir vermissen? Das ist unser Dritter im Bunde. Hossein ist diesmal familiär unterwegs. Und wir vermissen natürlich unsere Frühschwimmertruppe und ihr phonstarkes Gequwackel im Solebecken. Wir haben aber Hoffnung, dass sie uns wieder auf unserer Tour über diesen Block begleiten.🙋🏼♂️




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